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Grippeimpfaktion
GESUNDHEIT

Grippe - nur Impfen schützt

Mit Beginn der kalten Jahreszeit nimmt auch die Zahl der Erkältungen und Grippeerkrankungen zu. Viele Menschen verwechseln die echte Virusgrippe, auch lnfluenza genannt, mit einem grippalen Infekt, einer mehr oder weniger ausgeprägten Erkältungskrankheit.

Bei der richtigen Grippe (Influenza) handelt es sich um eine intensive Viruserkrankung, die sehr gefährlich werden kann. Jährlich gibt es in Österreich rund 380.000 Erkrankungen, rund 4500 müssen stationär behandelt werden. 120 Personen sterben durchschnittlich pro Jahr an den Folgen der Influenza. Nicht erfasst sind dabei Todesfälle auf Grund von Folgekrankheiten.

Viele Erkrankungen wurden heuer besonders in Oberösterreich verzeichnet. Zum Beispiel registrierte die OÖ. Gebietskrankenkasse in der zweiten Februarwoche 2005 von 22.368 Krankenständen 7387 (33,03 Prozent) wegen Grippe und grippalen Infekten. Der Normalwert für Oberösterreich liegt in der kalten Jahreszeit bei rund 2000 Grippeerkrankten, wobei es aus statistischer Sicht oft schwer fällt, exakt zwischen tatsächlichen Influenzaerkrankungen und grippalen Infekten zu trennen. 

In Linz wurden laut den Aufzeichnungen der OÖGKK von Mitte Februar bis April 2005 1186 echte Grippeerkrankungen verzeichnet, mit einer durchschnittlichen Krankenstandsdauer von 14 Tagen pro Fall. Hochgerechnet waren dies insgesamt rund 16.600 Krankenstandstage.

Start der Grippeimpfaktion

Das Gesundheitsamt der Stadt Linz startet ab sofort eine Grippeimpfaktion. Im Vorjahr ließen sich zirka 6000 Linzerinnen und Linzer im Gesundheitsamt gegen Grippe immunisieren, was von einem ausgeprägtem Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung zeugt. Die Impfstelle im Neuen Rathaus bietet nun wieder täglich von 7.30 bis 12 Uhr, Montag und Donnerstag auch von 14 bis 17 Uhr die Möglichkeit, sich wirksam zu schützen. Die Immunisierung kostet 5,97 Euro.

Es handelt sich dabei um den Selbstkostenpreis für den Impfstoff und damit den gleichen Tarif, den die OÖGKK im Rahmen ihrer parallel laufenden Aktion verlangt. Die Impfung selbst ist gratis. Dieses Service des Gesundheitsamts kann auch von Nicht-LinzerInnen, das heißt Personen, die ihren Hauptwohnsitz nicht in der oberösterreichischen Landeshauptstadt haben, in Anspruch genommen werden.

Was sollte zur Impfung mitgebracht werden?

Zur Impfung sollten, wenn vorhanden, ein Impfausweis (die Impfkarte) und allenfalls ein Allergieausweis mitgebracht werden.

„Durch eine rechtzeitige Impfung lässt sich eine Grippeerkrankung mit ihren Folgen leicht vermeiden“ lädt die Linzer Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal auch heuer zur Teilnahme an dieser Aktion zur Gesundheitsvorsorge ein.

Wirksamer Schutz

Die Grippe kann gefährliche Komplikationen nach sich ziehen und sogar zum Tod führen. Die meisten treten bei Erwachsenen auf, das höchste Risiko haben allerdings ältere Menschen, Kinder, Personen mit chronischen Erkrankungen der Lunge, des Herz-Kreislaufsystems, der Nieren, des Stoffwechsels, wie etwa DiabetikerInnen, sowie Personen mit geschwächter Widerstandskraft. Eine besondere Zielgruppe für die Grippeimpfung sind auch jene Berufsgruppen, die mit kranken- oder abwehrgeschwächten KundInnen arbeiten zum Beispiel das Krankenpflegepersonal etc.

Da niemand vor der Grippe wirklich sicher ist, bietet eine rechtzeitige Impfung den besten Schutz. Die jährliche Impfung ist erforderlich, weil es ständig zu kleineren Veränderungen innerhalb eines Virusstammes kommt. Die nach der Vorjahres-Immunisierung eventuell noch vorhandenen Antikörper bieten daher keinen Schutz gegen die neuen Viren.

Die Impfung wird mit einem gut verträglichen Impfstoff durchgeführt, der speziell auf die heuer laut Welt-Gesundheits-Organisation zu erwartenden Grippeviren abgestimmt wurde. Geimpft wird am besten von Oktober bis November. Der Impfstoff ist so zusammengesetzt, dass mit einer Impfung gleich ein Schutz gegen mehrere Grippevirusstämme aufgebaut wird.

Kaum Nebenwirkungen

Leichte Reaktionen im Bereich der Einstichstelle sind möglich. Gelegentlich treten Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen sowie leichtes Fieber auf. Diese möglichen Nebenwirkungen stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den Folgen einer echten Grippeerkrankung.

Der Durchimpfungsgrad der Linzer Bevölkerung beträgt nach eigenen Angaben rund 20 Prozent und steigt bei älteren Menschen mit zunehmendem Alter an: 50 - 59 Jahre: 27 Prozent, 60 - 69 Jahre: 46 Prozent, 70 Jahre und älter 60 Prozent.

Im Vergleich liegt Linz über dem bundesweiten Schnitt von 17 Prozent. Übrigens geben 54 Prozent der Linzer Bevölkerung an, dass sie in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal an Grippe oder grippalen Infekten erkrankt sind. (Quelle: Linzer Gesundheitsbericht)

Unterscheidungsmerkmale Grippe, grippaler Infekt, Erkältung

Die echte Virusgrippe oder Influenza ist eine Infektionskrankheit, die mit Schüttelfrost, hohem Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten, Halsentzündung und Schwächegefühl beginnt. Begleit- und Folgekrankheiten wie eine Lungenentzündung, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Mittelohrentzündung, Gehirnhaut- und Gehirnentzündung oder Herzmuskelentzündung können den menschlichen Organismus ernsthaft schädigen. Die Beschwerden setzen plötzlich und heftig ein, oft steigt das Fieber schon am ersten Tag auf bis zu 40 Grad an.

Grippale Infekte oder Erkältungen werden durch verschiedene andere Viren verursacht und verlaufen in der Regel milder, die Beschwerden setzen langsamer ein, die Krankheitsdauer ist kürzer und Folgeerkrankungen oder Komplikationen sind deutlich seltener.

Virusgrippe als Epidemie

Die Virusgrippe tritt vor allem epidemisch auf, das heißt, gehäuft zu einer bestimmten Zeit an bestimmten Orten und hauptsächlich in der Zeit von Dezember bis März. Eine Grippewelle dauert sechs bis acht Wochen. In größeren Zeitabständen von bis zu 30 Jahren werden weltweite Ausbreitungen, so genannte Pandemien, beobachtet. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, das heißt durch husten, niesen, sprechen beziehungsweise durch direkten Kontakt. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis drei Tage.

Eine Impfung bringt eine Schutzrate von rund 70 bis 80 Prozent, die sich durch mehrmalige Immunisierung noch erhöhen lässt.

Vogelgrippe – derzeit keine akute Gefährdung

Durch den Ausbruch der Vogelgrippe in Ostasien besteht - so auch die Aussage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen - derzeit keine unmittelbare Gefährdung für Österreich.

Die Vogelgrippe ist eine Tierseuche, die nur in Einzelfällen von infizierten Vögeln auf den Menschen übertragbar ist, aber nicht als Grippevirus von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. In Ostasien starben bis jetzt ca. 60 Menschen, die unmittelbar mit der Vernichtung infizierter Vögel zu tun hatten oder mit ihnen unter einem Dach lebten.
Seit 2003 wird in Österreich regelmäßig ein Influenza-Screening bei Geflügel durchgeführt. Bis heute wurde nie ein Erreger gefunden.

Sollte aber der Verdacht auf Vogelgrippe bestehen, tritt unverzüglich durch entsprechende Regelungen auf Bundesebene ein Krisenplan in Kraft, in dem unter anderem folgende Maßnahmen festgelegt sind: 

  • Einrichtung nationaler, regionaler und lokaler Krisenzentren 
  • Arbeitsanleitungen für Amtstierärzte 
  • Untersuchung des Tierbestandes 
  • Sperre von betroffenen Stallanlagen und Gebieten 
  • Impfung von Geflügelbeständen 
  • Handlungsanweisungen für Tierärzte, Landwirte und die Bevölkerung

Vorbereitung im AKh Linz

Um für Krisen- und Katastrophensituationen entsprechend gerüstet zu sein, wurden im Auftrag der WHO (bundes)länderweit und auch länderübergreifend Alarmpläne entwickelt, zum Beispiel der österreichische Influenza-Pandemieplan (eine Pandemie bedeutet, dass eine Erkrankung weltweit auftritt).

Im AKh Linz sind die im Pandemieplan geforderten Maßnahmen bereits weitgehend umgesetzt. Der Spitalskatastrophenplan beziehungsweise OGK-Plan (OGK/Organisation bei Großunfällen und Katastrophen), der Maßnahmen für den vermehrten Anfall hochinfektiöser Patienten bereits beinhaltet hat, wird nun speziell an die - hypothetische - Situation einer Influenza-Pandemie angepasst.

Der Hygieneplan, welcher für die damalige SARS-Gefahr (SARS= Schweres Akutes Respiratorisches Atemnot-Syndrom, das im Jahr 2003 in Regionen in Fernost und auch in Toronto (Kanada) auftrat) erstellt wurde, ist nach wie vor in Kraft und entspricht allen Anforderungen an eine Influenza-Epidemie.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal zum Thema „Grippe – nur Impfen schützt“)

Weitere Gesprächspartnerin:
Dr.in Brigitte Horwath/Leiterin des Linzer Gesundheitsamts 

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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